filmkritik nr. 5, Samstag

MACHT DAS ALLES EINEN SINN UND WENN JA, WARUM DAUERT DAS SO LANGE. AUs dem Dokumentarfilm-Wettbewerb. Von Andreas Wilcke.

Ein Dokumentarfilm über die Volksbühne Berlin. Kein Dokumentarfilm über die Volksbühne Berlin, wenn man von der Volksbühne keine Ahnung hat. Ein Dokumentarfilm für Kenner der Volksbühne. Kein Kommentar aus dem Off. Überhaupt nichts Erklärendes. Nur Bilder. Gute Bilder zum Teil. Einblicke in Schneider- und Tischlerwerkstätten. Einblicke hinter die Kulissen. Frank Castorf bei einer sognannten Konzeptionsprobe. Das Ensemble seinen teils verschwurbelten Gedankengngen lauschend. Frank Castorf beim Inszenieren, wo man denkt, da muss man als Schauspielerin schon ganz schön fest im Sattel sitzen, um das unbeschadet zu überstehen. Frank Castorf beim Lachen und Trinken. Chris Dercon bei öffentlichen Auftritten. Christ Dercon beim einer Gesprächsveranstaltung mit den Bühnenmitarbeiterinnen und – mitarbeitern. Alexander Scheer beim Singen und Proben. Vieles recht laut und schnodderig aneinandergeschnitten. Sophie Rois. Kathrin Angerer. Georg Friederich. Martin Wuttke. Im Gespräch nach dem Film kommt der Regisseur genauso schnodderig wie sein Film. Vielleicht alles in allem zu lang, um ein wirklich umwerfender Film zu sein. Ein bisschen so, wie Castorfs Konzeptionsprobe. Aber trotzdem gelingt es ihm tatsächlich, einiges der Stimmungen und Faszinationen der Volksbühne zu vermitteln.

 

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