Archive for the ‘wörter’ Category

10.2.21

Mittwoch, Februar 10th, 2021
      1. 9uhr20 bis 9UHR23

in norwegen haben sie heute morgen vergessen, das licht einzuschalten. Das ist aber nichts besonderes. Machen die dort öfter. Norweger brauchen nicht so viel licht. Wie wer jetzt? So im vergleich? Wie wir? Bei uns haben sie heute morgen auch vergessen, das licht einzuschalten. Das macht aber nix, denn inzwischen halten sich unglaublich viele menschen, gerade auch morgens in der dunkelheit, ihr smartphone unter das kinn (tablets eher selten), was ein schier magisches licht auf ihrem gesicht erscheinen lässt. sie sprechen und leuchten. Kommunikationskonsum. Aber auch norweger kommunizieren mit göttlichem licht. Strom kommt aus der wolke.

2.2.21

Montag, Februar 8th, 2021
      1. 9UhR12 bis 9uhR (im Zug nach Kaiserslautern)

meine großmutter mütterlicherseits (geboren 1899) war klein. Noch kleiner als meine mutter. Was fast unvorstellbar ist. Sie saß neben dem ofen und hatte probleme mit dem knie. Schwere probleme mit dem knie. Ihr hausarzt kam aus jugoslawien, milosevic. Das war etwas besonderes. Ihr knie war auch etwas besonderes. Ein hubschrauber fotografierte alle häuser von oben und verkaufte später die fotos. Das foto des hauses meiner großmutter und meines großvaters mütterlicherseits hing wohlgerahmt neben dem ofen, neben der großmutter mütterlicherseits und über dem schrank (von links nach rechts).

cdu – parteitag

Montag, Februar 8th, 2021

 

sie hat sich die parteitagsreden angehört

beim warten im auto

im abhol-drive-in

im lockdown vorm baumarkt

vielleicht ein hammer

mit sicherheit keine sichel

die politiker entspringen

dem dickicht des marktes

mit meinungen dick wie ein abschleppseil

sie versuchen sie aufzuwickeln

abzuwickeln

mit panzertape zu fixieren

leider keine korrekturen möglich

nur abholen gestattet

(wir holen die wähler ab,

wir verwickeln ihre finger in ein abschleppseil

dick wie meinungen

wir finden Euch

im abhole-drive-in vor dem baumarkt)

sie hat sich das warten angehört

bei den parteitagsreden im auto

sie hat gekauft:

zement und einen bleistift

5.2.21

Montag, Februar 8th, 2021
      1. 15UHr32 bis 15uhr38

es gibt zuviele bahnhöfe. Und zuviel regen, zuviele bahnhöfe mit vorne und hinten. Mit regendächern hinten und keinen vorne. Man kann vorwärts und rückwärts fahren. Vorne und hinten rausgehen. Sich nach oben oder unten orientieren. Die stadt kennt sich mit ihren eigenen leuten nicht aus. Was kann ich dafür? An einem einsamen und vierten bahnhof läuft ein mann davon, klemmt seine aktentasche unter den arm und ergreift die flucht. Ich schreie mich an. Ich schreie nicht biblisch, sondern nur zweimal. Der regen nimmt zu, und ich finde mein ziel. Ein zettel, den ich an die tür hänge, glaubt ein bisschen, aber.

4.2.21 (kleines fäkal-stück)

Freitag, Februar 5th, 2021

17uHR59 bis 18uhR04

ich lasse mir ein loch in den bauch schneiden und habe spaß dabei. Es wird schon wieder zuwachsen. Immer nur in der kurve laufen, auf der gerade aber stehen bleiben, bringt einem das ziel auch nicht näher. Auch wenn man sich auf die knie wirft, um nachzudenken. Worüber auch. Gemüse gibt es nicht beim pizzabäcker. Im keller steht das rad. in der toilette führen braune wege abwärts. Wäre ein blitzeblank geputztes klo die ehrlichere variante? Let the sunshine in and out.

1.2.21

Montag, Februar 1st, 2021

21uHr11 bis 21UHR19

ich denke immer, ich sollte etwas über meinen großvater schreiben. Meinen großvater mütterlicherseits. Über den großvater väterlicherseits sollte ich natürlich auch etwas schreiben. Beide waren auf je ihre spezielle art speziell. Mütterlicherseits: 1900 geboren, ungewöhnlich für seine zeit schon allein dadurch, dass er gekocht hat. Als ich ihn kennenlernte, war er schon ein pensionierter bergmann. Hat im seinem garten gearbeitet, anfang des jahres freude daran gehabt, mir zu zeigen, welche zwerge er wo im garten aufstellt. Er fuhr mit seiner frau, meiner großmutter mütterlicherseits, wie es sich nämlich gehört, per busreise in urlaub. Sie reisten ins kleinwalsertal. Und nannten daraufhin das kleinste wiesenstück in ihrem großen garten kleinwalsertal. Das größte wiesenstück folgerichtig großwalsertal. Er ging mit mir und dem hölzernen handwangen zur müllhalde (sowas gab es damals noch) oder sammelte nach silvester mit mir im garten die papiernen überreste der silvesterraketen, die im garten niedergegangen waren. Auf den weihnachtsbaum aus plastik war er stolz. Wer hatte schon einen weihnachtsbaum, der nicht jedes jahr erneuert werden musste? Und am pfirsichbaum vor dem fenster neben dem fernseher konnten die vögel von meisenknödeln fressen. Ich saß drinnen und zeichnete die vögel auf meinen dreiährenblock. Mein opa mütterlicherseits hatte kein auto, einen ford, der war immer fort.

31.1.21

Sonntag, Januar 31st, 2021
      1. 7UHr28 bis 7UhR34

er steht dicht vor und gegen die schwarze wand mit ernstem gesicht und hat da mehrere zettel drangeklebt und er steht und er haut in rhythmischen abständen, rhythmus könnte man ja eh definieren als der zeitliche abstand beim wiederholten eintreffen von irgendwas, zärtlich oder wütend oder laut oder leise mit einer plastikfliegendklatsche gegen die wand. Ich finde, nichts beschreibt ihn besser. Allein, mit der plastikfliegenklatsche vor der wand. Das ist der punkt an der wand: windmühlen war gestern.

30.1.2021

Sonntag, Januar 31st, 2021
      1. 21uHR 17 bis 21UHR 26

die konstruktion der welt verlangt einen baumarkt. Die politiker entspringen seinem dickicht & zeigen mir die dinge, die sie mitgebracht haben. Es sind die dinge, die sie mir zeigen wollen. Es sind nicht die dinge, die sie mir nicht zeigen wollen. Ich schaue & betrachte & denke: hatte ich nicht etwas anderes bestellt? Was mache ich überhaupt hier? Hier warte ich und kann nicht anders?

29.1.21

Freitag, Januar 29th, 2021
      1. 9uhR3 bis 9uHr10

oh ja, eigentlich sollte ich draußen sein. Aufrecht und gehend. Und sitze stattdessen hier drinnen. Was habe ich vor einem jahr gemacht? Eine frage, die mich immer wieder beschäftigt. Wo war ich, wer war ich, wann war ich? Immer wieder erinnere ich mich an frühere punkte in meinem leben und denke: ach du scheiße. Hoffentlich weiß das keiner mehr! Wie dumm war man. Was hat man dummes von sich gegeben. Und war doch am besten möglichen punkt. Am rande der erkenntnis. Am rande des eigenen vermögens und wissens. Am rande der eigenen welt. Falsch: mittendrin! Und konnte keine weitere erblicken. Und heute weiß man: man ist weiter. Nicht mehr so dumm und der horizont ist ein anderer. Das hat etwas tröstliches, nämlich: ich sehe, ich kann mich ändern. Aber auch etwas beunruhigendes: in fünf jahren werde ich über den heutigen punkt vielleicht ähnlich denken wie jetzt über einen früheren: und ich merke jetzt nicht, wie dumm ich eigentlich bin. Ich sehe jetzt nicht, was ich morgen peinlich und scheiße finden werde. Bleibt so und ändert sich.

von beuys durch die welt – ein a – be – zeh – beet in 26 schritten

Mittwoch, Januar 27th, 2021

AUSSENLUNGE

BINNENHERZ

COYOTENZUNGE

DASEINSSCHMERZ

EXTRA-OHR &

FETTSTUHLKLEBER

GEBER / NEHMER

HÖRNERSCHUPPEN

IGELSUPPEN,

JAGDREVIER –

KADAVERFÜNF.

& LAUTBREVIER

& MEINEIDMEIDER

NIERENHEUCHLER

OSTERKREUZ

& POSTER-POP-ULIST

QUANTENREDNER

RÖHRENSTECKER

STAECKVERAECHTER

TORTENLECKER

UHRENSTELLER

VORWÄRTS, SCHNELLER

WECHSELWÄHLER

XERODERMA

YOGHURT-ÄNGSTLER

ZWISCHENSCHMERZ

22.1.21

Freitag, Januar 22nd, 2021

22.1.21 8uHr36 bis 8uHR41

lese eben in dem elfriede jelinek interview mit joseph beuys den satz, er sei als kind mit dem wanderstab als hirte mit einer imaginären herde umhergezogen. Es erinnert mich daran, dass ich als kind fasziniert war vom öffentlichen nahverkehr, gab es doch bis 1978 in neunkirchen noch eine straßenbahn, mit der ich von der schule aus nachhause fuhr. Der gedruckte fahrplan mit dem linienplan nahm mich in beschlag. Zeit und raum waren schon immer meine themen, wenn man so will. Ich dachte mir in meinem heimatort linien aus, zeichnete einen linienplan, fuhr diese linien mit dem fahrrad, maß die zeit und erarbeitete einen fahrplan, den ich dann nachmittags nach der schule abgefahren bin. Die einzelnen linien hatten natürlich nummern, kürzere strecken, und auch eine längere einmal quer durch den ganzen ort. Und natürlich bemühte ich mich, den fahrplan einzuhalten.

ein satz aus der provinz:

Donnerstag, Januar 21st, 2021

oskar lafontaine fährt sein e-bike grundsätzlich nicht mit strom aus windrädern!

21.1.21

Donnerstag, Januar 21st, 2021
      1. 8UhR48 bis 8uRh 53

der schnee ist verschwunden. Draussen stürmt es eine warme luft. Die ruhige ordnung des schnees ist verschwunden, dreck fliegt durch die luft. Wer hat zeit zum atmen? Es leuchtet auch nichts mehr. Mein linkes ohr hört weniger als mein rechtes. Auf der linken seite meines kopfes bin ich dümmer als auf der rechten. Oder muss man sich das auch gespiegelt vorstellen? Auf der rechten seite meines kopfes bin ich dümmer als auf meiner linken? Die finger bewegen sich nur zögerlich. Auch ihnen ist es egal, ob ich kaltes oder warmes wasser über sie gieße. Alle wollen so schlau sein. Wer nicht?

17.1.2021

Sonntag, Januar 17th, 2021
      1. 23UhR10 bis 23uHr22

in diesem jahr der hundetrend im schnee: pinkeln auf schneehaufen. Überall kleine berge mit gelb gefärbten gipfeln. In diesem jahr der menschentrend im schnee: soviele schneemänner (keine frauen, warum eigentlich nicht?) habe ich schon seit jahren nicht mehr gesehen. Auf allen befahrbaren abhängen schlitten, kinder, snowboards. Der mensch ist ein spielendes tier und dies könnte einen fast sogar froh stimmen. Es könnte so schön sein. So niedlich und frei. Hängt das mit der nicht mehr gewohnten dauer des wintermärchens zusammen? Mehr als vier tage am stück? mit weißestem himmel und blauesten sonnenscheinen? Und/oder mit den ganzen pandemie-maßnahmen, so dass der mensch sich freut, wenn er mal draußen halbwegs regelkonform spaß haben kann? An einer stelle parken mehrere autos, pick-up, suv und transporter direkt auf dem acker, relativ weitab von straße und feldweg. Mittdreißiger würde ich mal schätzen. Wieso sollte man auch noch zu Fuß zum Gipfel laufen, wenn man auch direkt aus dem Auto raus auf den Schnee steigen kann? Hinten links hält ein roter kleiner Transporter, ein junger mann mit gepflegtem hund und bart steigt aus und begibt sich auf direktem weg zu der gruppe auf dem hügel. Er ist in die geheimnisse der punktgenauen landung auf dem hügel wohl noch nicht eingeweiht worden.

Es stellt sich die frage, ob man hunde überhaupt noch auf dem acker ausführen muss, oder ob es für die tiere auch interessant und befriedigend genug sein könnte, einfach nur spazieren gefahren zu werden.

Ich habe noch kurz überlegt, ob ich schaufel und besen, die auf der ladefläche liegen geblieben waren, klaue und irgenwo verstecke, oder sogar klaue und nichtwiederauffindbar verstecke. Hab es aber dann doch sein gelassen. Warum eigentlich?

14.1.21

Donnerstag, Januar 14th, 2021
      1. 19UhR46 bis 19uHr 54was soll es sein? Durch den schnee zu stapfen und dabei durch den schnee zu stapfen? Glücklich zu sein, wenn alle in grau verschwinden und es von unten leuchtet. Was ist das schöne daran? Dass alles so ruhig scheint? Obwohl man ja weiß, dass es das nicht ist? Die scheinbare begrenztheit der welt? Die kälte des atems? Ich sitze inzwischen ja auch im sommer gerne lange draußen und empfinde dann auch manchmal so etwas wie glück. Oder konnte, 1983 war das, in den weiher steigen und bin drei bis vier stunden geschwommen. Ohne boden unter den füßen, ganz für mich alleine. Ich war voller akne und eiterpickel und war froh, wenn mich niemand sah. Schwimmbad kam also nicht in frage. Viele jahre lang nicht. Also: Weiher. Zu zeiten, wo da nicht zu viele waren. An einsamer stelle ab ins wasser und dann – wie gesagt – drei bis vier stunden nur der kopf als sichtbares zeichen an die welt. Eben komme ich vom arzt. Es liegt schnee und es ist schon 17 uhr und entsprechend dunkel und es freut mich. Und ich habe lust, nicht auf direktem weg nachhause. Ich hätte noch stundenlang so laufen können. Mit festem schnee unter den füßen. Barfuß im schnee ist übrigens auch schön.

11.1.21 – 19UHr34 bis 19UHr 39

Montag, Januar 11th, 2021

Was, wenn ein tag in einem kopf keinerlei spuren hinterlassen hat? Trotzdem es ein schöner tag hätte gewesen sein können?: Man hat einen schönen spaziergang gemacht. Schöne luft geschnappt. Alles. Was bleibt von alledem? Draußen springen die menschen umher und sind verrückt. Wenn ich etwas gelernt habe: der mensch kann per se alles gut oder schlecht finden. Man kann morgen das gegenteil von heute begründen mit denselben argumenten. Ich sitze als kind am fenster des hauses meiner großeltern und zeichne vögel mit einem kugelschreiber in meinen dreiähren-block. Ich sehe heute im wald ein von einem specht angenagtes vogelhaus. Woher soll der specht das wissen?

3 minuten gehirnwäsche

Sonntag, Januar 10th, 2021

keine neue idee, aber eine interessante und gute: täglich für ein paar minuten die gedanken kreisen lassen und mitschreiben. Ein paar minuten, damit es eine regel hat. Regel und kontinuität. Arbeit und struktur. gehirn-wäsche im positiven sinn. wir nehmen die gedanken raus, waschen die ein wenig und tun den rest wieder rein. kann ja nix schaden. 🙂

 

10.1.21, 11uHR22 bis 11uHR28

Wie man dem toten Rasen das Leben erklärt. Wie sich die Himmel ähneln. Hier ein Blau, dort ein Grau. Wir wünschen uns dasselbe Essen wie gestern. Einfach, weil es uns geschmeckt hat. Abwechslung ist etwas für Anfänger. Vom dunkelsten Grau (nein: Schwarz gibt es keines) über Rosatöne, Rosa-Grau vor hellstem Blau. Der Horizont alleine macht nicht satt. Ohne ihn wollen wir aber auch nicht leben. Nur er trennt das Feste von der Luft. Und ohne Luft geht garnix. Ein leuchtendes und festes Weiß unten, ein Trennungsstrich, der uns Luft verschafft, und dann darüber alles andere. Strahlen. Unten ein Grün mit viel Rot-Anteil. Könnte man es etwas heller drehen, könnte es auch mitten am Tag sein. So wie gestern. Aber so, genau so, hatten wir es noch nie! An meinen Füßen wachsen krumme Finger.

sazz

Freitag, September 15th, 2017

früher ein halbschwimmer, bin ich heute 1 delphin

alte texte : aus: die stadt

Samstag, Juli 9th, 2016

Man darf sich die Bewohner dieser Stadt als unglückliche Menschen vorstellen.
Der junge Mann, der, ganz Hose, sich sacht und sacht nach vorne beugt. Er macht einen überlegen-kritischen Eindruck, beäugt die anderen, und trägt salopp die Bildzeitung unter dem Arm. Über die Runden kommen. Um die Ecke. Die junge Frau, die, ganz gezupfte Augenbraue, auf ihre ebenfalls gezupfte Freundinmutterschwester wartet. Zum MUT gehört das Bewusstsein der GEFAHR. Zum EINKAUFEN das nötige KLEINGELD.
„schöndasswirunsgetroffenhabenaufwiedersehen!“
Danke für ihren Mut.
Danke für ihren Einkauf.
Die Kassiererin, die, ganz Kasse, den Kunden namentlich verabschiedet, sobald sie seinen Namen auf der EC-Karte gelesen hat: Friendly fire.

ein paar alte Texte

Freitag, Juli 1st, 2016

was hältst du davon, den rhythmus zu ignorieren? geht das? kann man den tag verzetteln? ohne ziel? ohne rhythmus? ohne verstand? man gibt sich selbst die hand. man steht sich selbst auf dem fuß. und hüpft. und wenn man hüpft, entsteht wieder ein rhythmus. kann man hüpfen, ohne einen rhythmus zu bilden? halte den fuß! stell dich auf deine hand. schließe die augen und höre zu. alles ist rhythmus. aber: kann man auch ohne? das herz macht, was es will.

die luft wird knapp im zimmer. die luft wird knapp an der luft. an der see. auf dem berg. wir wollen die luft loben, am abend, am morgen, am mittag, in der nacht. schlafe bei offenem fenster, deck dich gut zu und: atme! es zirkuliert der schnee, er fällt zu boden und steigt wieder auf. eine einzelne schneeflocke sucht zuflucht in meinem linken nasenloch. atme durch mund, nase und ohren!!

wir müssen nicht immer wieder von vorne anfangen. silvester ist ein tag im jahr. die sonne bleibt zuhause und die dinge fliegen durch die luft. etwas liegt am boden. es wird sich gebückt, geguckt und aufgehoben. wieder hingelegt. du kannst dich gerne wieder hinlegen, man muss nicht immer wieder von vorne anfangen. die dinge fliegen von alleine, du bückst dich und es fliegt. du stehtst und hebst nicht ab. das liegt daran, dass du nicht immer wieder von vorne anfängst. eigentlich würde man doch denken, wenn man immer wieder von vorne anfängt, dann würde man immer und immer schwerer werden. das gegenteil ist der fall. oder?

drei menschen schwer
durch die straßen
verteilen ihr gewicht
und halten ihr los
von dem niemand etwas wissen mag
kein spalt öffnet sich
niemand verschwindet
alles bleibt

es gibt gärten, in denen man nix anbauen kann: steingärten, falsch verstandene zen-gärten, richtig verstandene zen-gärten sowieso. mitten in der landschaft findet sich eine mit weißen bändern eingegrenzte pferdekoppel. zwei pferde darauf, sonntagsstimmung, obwohl montag ist. ein kleines häuschen daneben. am ortseingang ein haus, in dem wir vor 18 jahren ein paar tage verbracht haben. ein laufender fernseher, ein bauschuttcontainer und ein anbau lassen darauf schließen, dass es inzwischen wahrscheinlich privat genutzt wird. nebenan findet sich eine neubausiedlung. ein neugebautes blockhaus aus dicken holzstämmen. bewohnte mythen und bemühtes wohnen.

der tag hatte seinen rhythmus. morgens war es früh. mittags war es bereits um elf. und um vier uhr nachmittags kam das bäckerauto. der tag hatte seinen rhythmus. der ofen. der stuhl. das bild. manche gingen abends schwimmen. wir nicht.

anstatt meine zehen ins gras zu stecken, sollte ich sie an die ohren halten. ein kurzschluss der gedanken wäre der fall. und die augen gegen den himmel gerichtet, wo irgendetwas demnächst passieren wird. ganz weit oben, weniger weit oben, zum greifen nah. fällt etwas vom dach, brauchen wir eine leiter.
wir brauchen keine leiter, wenn wir unsere zehen im grase lassen. wir brauchen keinen vater, wenn der blick auf dem boden bleibt.
wir trinken die milch aus dem beutel und essen selbstausgedachte kartoffeln dazu. gekocht. nicht roh.
den salat selbst gezupft. traurig. nicht froh.

im rückspiegel die zukunft. im scheinwerferlicht die vergangenheit. links ist rechts. und wir fahren rückwärts auf die autobahn.