Archive for the ‘fugenpoet’ Category

Eintrag Nr. 3556. Zwischenbericht.

Montag, November 12th, 2018

Auch wenn ich letzte Nacht übel vom Weltuntergang geträumt habe, geht es doch irgendwie weiter. Ich bin aufgewacht, habe mich kurz geschüttelt und in der Saarbrücker Zeitung stand dann doch nichts dergleichen. In meinem Traum wusste man sowieso von nichts: Kein Telefon, kein Internet, keine Nachricht, nix, mit Ausnahme, dass man gemerkt hat: irgendwas stimmt nicht, wo sind die Menschen, was ist passiert. Man konnte sich aussuchen, gleich in eine Grube zu steigen, um dort zu sterben, was einem empfohlen wurde, oder auf eigene Verantwortung das Überleben zu versuchen. Ich entschied mich dann für letzteres, die Grube war mir zu dunkel und klaustrophobische Dinge sind mir zuwider. Wir lebten in einem verlassenen Mietshaus mit langen Fluren mitten in einem Wald und machten uns Gedanken, was wohl passiert sein könne und wie es wohl weitergeht. Der Traum war durch eine kurze Bewusstseinsphase unterbrochen, in der mir klar war, dass es sich nur um einen Traum handelt, der Traum war aber so stark, dass er danach thematisch fortgeführt wurde.

fremdportrait als pathologischer befund

Samstag, Juli 21st, 2018

der Text einer pathologisch-anatomischen Begutachtung eines aus mir herausgeschnippelten Einzelteiles enthält folgende, wie ich finde, sehr poetische Passage, die mich doch gar nicht so schlecht beschreibt:

„…, von einer zarten Pseudokapsel scharf begrenzt, …zeigt mäßiggradige degenerative Veränderungen.“

C`est ca!

sitzen und denken

Dienstag, Oktober 3rd, 2017

du kannst hier nicht sitzen & dich erinnern!

zum erninnern sollte man sich immer hinstellen.

leg dich also &

du wirst keine vorstellungen mehr haben

1 freund lädt dich ein

er hat noch klare vorstellungen

und auch eine klare wohnung

und einen großen raum mit einem großen bildschirm

lobe diesen bildschirm

und er wird an diesem bildschirm nachts wieder viel mehr freude haben

er würde gern mal wieder öfter raus & spazieren

wieso klappt das nicht?

einigkeit im recht auf freizeit.

ich kann mir das einfach nicht vorstellen.

 

satz

Donnerstag, September 28th, 2017

mit seinen schnellen und synchronen Beinbewegungen erzählte er vom schweren Schicksal seines Onkels

sazz

Freitag, September 15th, 2017

früher ein halbschwimmer, bin ich heute 1 delphin

gesichter aus den siebzigern, teil 2

Sonntag, August 13th, 2017

Bei meinen Aufräum-Arbeiten entdecke ich auch anderes Material aus meiner Vergangenheit. Nicht nur alte Zeichnungen und Bilder, sondern z.B. auch eine Klassenzeitung, die die katholischen Schüler der 5d2 damals erstellt hatten.
In dieser Klassenzeitung wurden die beiden katholischen Religionslehrer interviewt, zu ihren Lieblingsspeisen und ihrem Freizeitverhalten, was man halt so fragen soll, wenn man grade mal zehn Jahre alt ist.
Es findet sich dort auch ein Interview mit unserem Klassenlehrer, den, ich denke nicht nur ich, sondern viele von uns, als ein ziemliches Arschloch in Erinnnerung haben. Er hat die Schüler im Sportunterricht getreten (sogenannter „Elfmeter“) und im Matheunterricht für die geringsten Verfehlungen (Geodreieck vergessen) mit Strafarbeiten belohnt. Wenn man grade mal knapp 1,45m groß und 10 Jahre alt ist, dann ist so jemand natürlich groß, alt und furchteinflößend. Jetzt gucke ich in diese Klassenzeitung und sehe: dieser Lehrer war damals gerade mal 34 Jahre alt. Von meinem selbst inzwischen erreichten Lebensalter aus gesehen ein Kickifax. Wie kann man mit 34 schon so ein Arschloch sein. Kann man natürlich, gar keine so schwierige Übung, dürfte es heute auch noch geben.
Was mir aber im Nachhinein auch noch auffällt: Das abgedruckte Interview mit ihm. Ich sehe dort Korrekturen in meiner Schrift, und ich erinnere mich tatsächlich, dass der Klassenlehrer mit dem, was da stand, nicht einverstanden war, und uns, der versammelten Klasse, seine Korrekturen in den Bleistift diktierte.
Nichts Gravierendes, nein, aber warum muss jemand seine Lieblingsspeisen und Sprachkenntnisse korrigieren (er isst keine chinesischen und indische Gerichte, er spricht kein Spanisch und Englisch). Nein, er spielt nicht Gitarre, Klavier und Klarinette, sondern nur Blockflöte.
Später war er dann in einer Bürgerinitiative intitiativ gegen ein Kohlekraftwerk, BUND-Mitglied (ich hoffe, das stimmt alles und ich muss das nachher nicht noch mit dem Bleistift hier am Bildschirm übermalen). Es ging das Gerücht, dass man ihn irgendwann aus dem Unterricht entfernt und irgendwo am Ministerium beschäftigt hat, wo er dann den Ministeriumskollegen einen Elfmeter treten konnte.
Wenn ich mich an diesen Morgen der Textkorrektur erinnere, dann erinnere mich an einen Akt großer Humorlosigkeit, was einem als Kind ja nicht auffällt, weil man einfach nur Angst hat.

aus meiner Vergangenheit, eine Folge von wohlgeordneten Buchstaben aus dem Jahre 1995

Samstag, Juli 22nd, 2017
in amerika sind bereits mehrere tausend geräte in gebrauch
und zum schluss noch eine sehr erfreuliche meldung:
ohne gongschlag wird es achtzehnuhrfünfzig
wir berichten über goldenes und bunt-bizarres
bleiben sie dran
speziell von der insel hierher
wieso eigentlich kekse
im museum?
sehr sehr widersprüchlich, aber von daher
stellt es natürlich auch eine herausforderung
dar
ganz traditionell kann jeder, aber
schon in den sechzigern kam der ausbruch
wie man viel freier mit farben und formen 
umgehen kann
ein brustschmuck anstelle eines kleidungsstückes
ist auch sehr apart
aber auch nix neues
dieser trend ist übrigens auch bereits auf den kontinent
übergeschwappt
kleine rote tragbrüste angefertigt
und für die zeit,
wo sie sie nicht mehr tragen können,
gibt es auch das modell aus stahl,
trägt züge des bekannten englischen humors
alles absolut sehenswert
vielleicht auch für sie eine anregung
(1995)