Archive for the ‘arbeitstagebuch’ Category

maledetto homöpatho

Montag, Oktober 26th, 2020

Wem tut die Homöopathie eigentlich was Böses? Die Frage muss man sich ja schon einmal stellen dürfen. Von allen Seiten wird scharf geschossen. Merkwürdig. Wo es sich doch angeblich nur um Humbug und Scharlatanerie handelt. Die taz textete „Hokus Pokus Globuli“, die FASZ verteilt auch immer mal wieder eine mehr oder weniger deutliche Spitze. Und gestern dann auch nochmal im Tatort aus Wien schwerste Geschütze. Häh? Wer fühlt sich hier bedroht und schlägt so heftig um sich? Non capisco perchè.

Kurz zu meinem Hintergrund: Vor ziemlich genau 15 Jahren bin ich zum erstenmal mit klassischer Homöopathie in Berührung gekommen. Als diesem Phänomen absolut neutral entgegenstehender Mensch. Ich kannte das Wort. Sonst nix. Ich habe damals eine Homöopathin in Ausbildung kennengelernt, die mir das ein oder andere erzählt hat. Klang interessant. Und mir mein Konstitutionsmittel verabreicht hat. Mit dem Ergebnis, dass ich einen Tag später einen dicken, fetten Eiterpickel auf der linken Wange hatte. Den Tag darauf einen dicken, fetten Eiterpickel auf der rechten Wange.

Nun muss man wissen, dass ich bis zu meinem zwanzigsten Lebensjahr etwa mit dicken, fetten Eiterpickeln übersät war, nicht nur auf den Wangen. In meiner Hilf-, Ratlosigkeit und Verzweiflung erklärte ich mich damals bereit, ein neu auf den Markt kommendes Medikament zu testen. Roaccutan. Möglicherweise leberschädigend (sic!), deshalb wurde das regelmäßig überwacht. Es hat geholfen und ich war`s zufrieden. Allerdings habe ich das Leid um diese Zeit und diesen Hautzustand nie vergessen.

Und kaum schlucke ich mein Konstitutionsmittel, wird, so sprach die Homöopathin, die von dem Medikament nur unterdrückte Krankheit angetippt und kommt wieder zur Erscheinung. Und zwar stante pede. Es war ihr ausdrücklich peinlich, mir diese Pickel ins Gesicht gezaubert zu haben. Sie wusste nix von meiner pubertären Leidensgeschichte. (Und bis zu diesem Konstitutionsmittel-Moment waren die Pickel auch nie wieder ans Tageslicht getreten.)

Mit dem Placebo-Effekt braucht mir keiner zu kommen, der ja oft im Zusammenhang mit der Homöopathie bemüht wird. Placebo-Effekt setzt auf Heilung durch Glaube an die Wirksamkeit eines Mittels. Wer dran glaubt, wird geheilt. Auch die Schulmedizin setzt durchaus auf solche Effekte. Soweit, so gut. Und vielleicht trifft das manchmal sogar zu.

Aber lässt es sich denn damit so einfach abtun?

Gibt es denn auch einen negativen Placebo-Effekt? Dass etwas passiert, was ich mir gar nicht wünsche?

Dass es auch passiert, ohne dass ich weiß, dass es passieren soll?

Dass ich in psychische Nöte stürze, weil ich irrtümlich das Medikament von jemand nehme, den es stabilisieren sollte?

Das will mir nicht so ganz einleuchten.

In der klassischen Homöopathie gibt es den Begriff der Arzneimittelprüfung. Das heißt: Man nimmt ein Präparat, dass eigentlich gar nicht für einen gedacht ist, und bekommt in der Regel die Symptome eines Leidens, für das das Präparat gedacht ist. Auch dieses habe ich an eigenem Leibe erlebt, unbeabsichtigt und unwissentlich. So werden übrigens im homöopathischen Verfahren generell die Wirksamkeiten der Präparate getestet. Und wer einmal eine Materia medica von innen gesehen hat, wie dort aberhunderte Arzneien in detailliertester Wirkung getestet wurden und beschrieben werden, kann eigentlich kaum noch von, ja von was eigentlich, sprechen? Humbug? Scharlatanerie? Unwissenschaftlichkeit?

Ich staune auch immer wieder über all die Menschen, für die es von vorneherin Humbug sein muss. Aus eigener Erfahrung? Oder weil die Wissenschaft, wie immer betont wird, keinerlei Wirkung belegen kann? (Oder will?)

Oder dass nicht sein kann, was nicht sein darf? Weil ich es mir nicht vorstellen kann?

(Da hätten wir in den Köpfen vieler im aktuellen Covid19-Scheiß ja weitere hübsche Beispiele.)

Da komme ich in ein merkwüdig philosophisches Dilemma: Ich spüre am eigenen Leib, ohne dass ich es eigentlich will, quasi gegen meinen Willen, ohne dass es mich eigentlich interessiert, entsprechende Wirkung und alle schreien: gibt es gar nicht! Aber es ist keine Fehlinterpretation von Welt wie bei den aktuell ach so beliebten Fake-News: ich kann es an meim Körper beobachten. Hmmm.

Und nochmal: hmm. Eigene Wahrnehmung und Wirklichkeit. Ein echtes philosophisches Problem.

In der klassischen Schulmedizin gab und gibt es immer nur state of the art. Das liegt in der Natur der Wissenschaft. Der aktuelle Stand der Erkenntnis isr der aktuelle Stand der Erkenntnis. Und das ist auch gut so. Und alle betonen immer wieder, dass es ein Merkmal der Wissenschaft sei, dass sie sich weiterentwickle und aus ihrem Nichtwissen und ihren Irrtümern lerne. Ihre Ekenntnisse immer wieder überprüfe und weiterentwickle. Und es wäre schön, wenn sich alle immer darüber bewusst wären. Dann wäre man in vielem vielleicht ein wenig bescheidener.

Homöopathie ist ein Ansatz, der sich dem Individuum und seiner ganz speziellen Konstitution verpflichtet fühlt. Auch hier wieder ein Verweis darauf, wie speziell die Wirkungen verschiedener Präparate in einer Materia medica ausdifferenziert sind. Habe ich Bluthochdruck, bekomme ich von der Schulmedizin denselben Betablocker wie mein Nachbar. Denselben Blutverdünner wie meine Mutter. Und nicht zuletzt eine sich in ihrer Wirkung oft aufhebenden und widersprechende Medikamentierung, speziell im Alter, wenn ich für jedes Gebrechen ein eigenes Medikament verpasst bekomme. Auch das kann man ja immer wieder erleben: dieser Spezialist verschreibt – nur so als Beispiel – Cortison, was aber der Wasseransammlung, die an anderer Stelle im Körper ein Problem stellt, kontraproduktiv zu Gute kommt. Und auch das Blutdruckmittel führt vielleicht zu Schlaflosigkeit und innerer Unruhe. Aber wurscht. Nimm dies. Was anderes haben wir nicht. (Wer in Deutschland nimmt keinen Betablocker?).

Das was als wissenschaftlicher Beleg gilt: eine Reihe von wiederholbaren Versuchen gleicher Versuchsanordnung mit wiederholbaren Ergebnissen, widerspricht eigentlich der grundlegenden Idee des homöopathischen Ansatzes, in so fern ich das richtig verstanden habe. Man gibt halt nich 20 wahllosen Probanden dasselbe Mittel und kann ähnliche Reaktionen belegen. Die Eiterpickel in dieser Größe bekomme allerdings nur ich mit meinem Konstitutionsmittel und meiner Vorgeschichte. Im Gegensatz haut Roaccutan jedem Pickelgeplagten die Chemiekeule um die Ohren und die Pickel von der Haut.

Oft erscheint mir die ablehnende Haltung vieler Schulmediziner als eine bornierte Haltung der eigenen Disziplin gegenüber. Und die Haltung vieler Nichtmediziner ebenso. Wer sagt nicht, dass man plötzlich die Wirkweisen der homöopathischen Mittel versteht? Und wissenschaftlich belegen kann? So wie man irgendwann auch kapiert hat, was Viren sind und was man dagegen tun kann. Und manchen Phänomenen vor dieser Erkenntnis hilflos gegenüber stand. Um es mit Karl-Ove Knausgaard zu sagen: „Es gab auch schon weiße Blutkörperchen im Mittelalter“.

Es geht – für mich – auch nicht darum, die beiden Ansätze gegeneinander auszuspielen. Es gibt Bereiche, in denen die klassische Schulmedizin die besseren Verfahren hat, mit einer entsprechenden Krankheit umzugehen. Alles, was mit Chirurgie zu tun hat, Versetzen in künstlische Komata etc. Aber es gibt auch Bereiche, in denen der homöopathische Ansatz das klügere Verfahren sein kann. Arnica vor OPs ist sehr hilfreich und die Niederländer haben es angeblich sogar im Rettungswagen mit dabei.

Auch damit habe ich übrigens sehr gute Erfahrungen gemacht, schon bevor ich meine Homöopathin getroffen habe.

Ich bin, so wird vielleicht deutlich, mit Sicherheit kein Dogmatiker. Ich war beim Hausarzt aber noch nie beim Heilpraktiker (ich habe ja meine Homöopathin zuhause). Aber ich verstehe aus eigener Erfahrung die Abneigung, und die derzeit zunehmende Abneigung des homöopathischen Verfahrens, gar nicht. Null. Zero. Nicht. Und ich verstehe schon gar nicht den aktuell zu beobachtenden Trend, Homöopathie öffentlich zu diskreditieren und zum Feind zu stempeln.

Zum Feind von was?

PS: Mein ganzes Zeichnen und Tun ist nur dazu da, zu verstehen, was da draußen vorgeht. Wie das alles funktioniert und was die Meschen wollen und was ich eigentlich will. In diesem Sinne war auch dieser Text jetzt einmal wichtig, als Versuch, zu verstehen, was da grade vorgeht. Weil grade so viel vorgeht, das mich zusehends verwirrt und sich einer klaren Beurteilung entzieht. In diesem Sinne.

 

Museum Gimbsheim JETZT am Wochenende!

Donnerstag, Februar 6th, 2020
Garten der Lüste: die Unvergänglichkeit ist unzulänglich

Am Sonntag dem 2.2. war Hochbetrieb im Museum, über 200 Besucher schauten sich im PARADIES um und viele blieben noch zum Konzert „Sterne, Blumen, Kinder“, unter diesem Motto standen auch  Führung und Künstlergespräch . Ein weiteres Künstlergespräch wird am 9.2. um 15:30 Uhr stattfinden, diesmal mit Stephan Flommersfeld, Klaus Harth und Uli Hofmann, das Leitthema  der Führung ist „Garten der Lüste, die Unvergänglichkeit ist unzulänglich“. Stephan Flommersfeld aus Wöllstein zeigt einen riesigen Scherenschnitt, von Klaus Harth aus Saarbrücken sind 5 Aquarelle aus seiner großen Serie „Gegend“ zu sehen, Uli Hofmann aus Hangen-Wahlheim ist mit „AMAZON  RED“, einem Paradies zum Ausrollen vertreten. Was die unzähligen Figuren auf dem barock anmutenden Scherenschnitt, die schmissigen Aquarelle, die recht unwirtliche Orte zeigen und das Rollparadies mit Paradiesgärten zu tun haben könnten, wird in einem lockeren Gespräch mit der PARADIESorganisatorin Christine Hach eventuell geklärt werden können. Das Museumsteam freut sich auf regen Besuch und regen Gedankenaustausch.

Fotos: Stephan Flommersfeld: Garten der Lüste  ca 120x 80 cm
            Klaus Harth:  Aquarell aus „Gegend“(die Unvergänglichkeit ist unzulänglich) A3

            Uli Hofmann: „amazon red“ ca 2 x 1,2,m

ein paar Neujahrs- und Gute-Rutsch-Kärtchen

Mittwoch, Januar 1st, 2020

Was war ich froh, es doch noch irgendwie auf den letzten Drücker geschafft zu haben: ein paar Kärtchen zu zeichnen und sie an ein paar Adressen zu adressieren. Und obwohl auf dem Briefkasten in Heiligenwald Leerung 15Uhr30 stand und ich erst um 16Uhr09 dort war, hat es noch geklappert. Heiligenwald ist Eiligenwald! Obwohl ich ansonsten immer gesagt habe: nie wieder Heiligenwald! (was aber nur mit meiner entfernteren Vergangenheit zu tun hattete.) Heute morgen erreicht mich dann noch eine Mail mit der Abbildung des Ankunfszustandes einer der Karten: so schön harmonisch wurde der Stempel auf die Bildseite eingefügt, dass es eine erste kleine Freude für dieses Jahr war: schöner hätte ich das selbst auch nicht hinbekommen!

Studien und Entwurfsideen für eine Schallplatte

Samstag, Dezember 21st, 2019

am Samstag bin ich dort, zumindest dort auf dem Rinckenhof

Dienstag, August 27th, 2019

 

was macht der nur so den ganzen Tag

Dienstag, April 2nd, 2019

heute: 7Uhr50 – 14Uhr30 Arbeit in der Druckerei. Gestern ebendort von 7Uhr53 bis 18Uhr30. Danach nach Trier: Aufbau meines Parts der Ausstellung TransPosition 2. Eröffnung am 5.4. um 19 Uhr in der TUFA. Zusammen mit Ulrich Behr, Anne Haring, Leslie Huppert, Petra Jung, Vera Kattler, Susanne Schmidt, Ludwig Schmidtpeter und Claudia Vogel. Eben retour (nach kurzem Essen im Lokal neben der TUFA) gegens 22Uhr15

was macht der nur den ganzen Tag?

Sonntag, März 31st, 2019

heute z.B. Aufbau der Ausstellung FLOMMERSFELD, die am 7.4. um 17 Uhr in der Galerie SALI E TABACCHI in der Feldmannstraße 144 eröffnet werden wird. Es wird da wohl auch eine kleine performative Einlage von Stephan Flommersfeld und mir geben. Ansonsten viele aktuelle und alte Arbeiten, so weit es der überschaubare Raum so hergibt und einen Film aus dem Haus Flommersfeld in Wöllstein, u.a. mit Fotos von Dirk Gebhardt, der versucht, den Flommersfeld`schen Kosmos nochmals in anderem Licht zu zeigen. Ich freue mich über alle Besucher. Stephan Flommersfeld ist im Saarland zwar nicht so bekannt, wenn er auch 2012 im Kunstverein Sulzbach in der Ausstellung FALSCHE VERSPRECHUNGEN mit Julia Baur, Christoph Rammacher und mir zu sehen war. Wir kennen uns seit mindestens 1991 oder so und arbeiten seit spätestens 1995 in vielen Projekten zusammen.

Die Fotos hier stammen übrigens von Albert Herbig.

Donnerstag, März 21st, 2019

Faster Moviecat Kill Kill

22. Merz Mainz Walpodenakademie

Moviecats
Vernissage der interdisziplinären Ausstellung auf Grundlage händischer Original-35mm-Film-Überarbeitungen von Nicola Barth  Bernhard Robert Blumöhr  Brandstifter  Lizzi Coleman-Link  Jos Diegel  Ingmar Ehler Klaus Harth  Dirk Hülstrunk  Michael Klotzki  Martina Kruse  Tanja Roolfs  Silvia Sauer  Michael W. Schmidt  Bernd Schneider  Clarissa Seidel  Christine Straszewski  Wolfgang Strowick  Ralf Thorn  Daniela Wernecke. Das Projekt enststand im Sommer 2018 mit einem fulminanten Workshop von Jos Diegel und wild-enthusiastischen Teilnehmer*innen vor der Walpodenakademie sowie einer Livertonung des dabei entstandenen Experimentalfilms MOVIEKILLER durch Watercoloured Well. Die ersten Ergebnisse wurden im Winter als MOVIEKILLER – Brandstifter, Jos & collaborators in der Galerie RubrechtContemporary in Wiesbaden gezeigt. Faster Moviecat Kill Kill umfaßt die bei bei den beiden Workshops generierten Experimentalfilme als auch Einzelarbeiten der beteiligten Künstler*innen und Improvisationsmusiker*innen.

Judith Kerr

Sonntag, Februar 24th, 2019

Letzte Woche in der Samstags-taz ein schönes Interview mit Judith Kerr, die vor allem mit ihrem Buch „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ bekannt geworden ist. Ihr Vater war der Theaterkritiker Alfred Kerr. Sie selbst hat sich immer als Zeichnerin gesehen. Und tut dies auch noch heute, im zarten Alter von 95 Jahren. Sie berichtet davon, dass ihre Mutter ihrem Zeichnen kritisch gegenüber stand, seit sie versuchte, daraus einen Beruf zu machen. Es seien da immer diese Zeichner gewesen, die kein Geld hatten. Ihr Vater dagegen habe sie immer ermutigt, wenn sie mutlos war.: „…Ich habe ihm einmal gesagt, als es wieder nicht gutging: Warum mache ich das eigentlich, ich könnte doch mit meinen drei Sprachen gutes Geld verdienen. Und er hat mir gesagt: Wenn Du es nicht tätest, dann würdest du immer weniger gut von dir denken.“ Und sie kommt darüber hinaus zu dem Schluss: “ Für mich ist der Unterschied, ob man etwas außerhalb mehr als sich selbst liebt. Ich glaube, wenn ich nicht Zeichnerin geworden wäre, vielleicht hätte ich dann eine Religion gebraucht – God forbid, bloß nicht. Aber man baucht etwas, das größer ist als man selber, und für mich ist es das Zeichnen. Für meinen Vater war es das Schreiben. Dann muss man das auch tun, so weit wie möglich.“

TOTAL SCHÖN, IRGENDWIE – – – habt Ihr Euch denn auch alle schon schön angemeldet??

Freitag, Februar 22nd, 2019

Wie komme ich zu interessanten Bildfindungen? Was alles kann ein Bild sein? Wieso komme ich zuhause an meinem Zeichentisch oder an meiner Staffelei nicht wirklich weiter? Was kann ich dagegen tun? TOTAL SCHÖN, IRGENDWIE ist ein gedanklicher, zeichnerischer und malerischer Jungbrunnen. Zwei Tage lang werden wir an gemeinsamen Zeichnungen/Collagen/Malereien arbeiten. Gemeinsame Arbeit an gemeinsamen Blättern erweitert nicht nur den Blick für das eigene Tun und das des Anderen, sondern führt uns natürlich auch zu grundlegenden Fragen von Komposition und Ausdruck. Was kann ich zulassen, auf welche Lösungen wäre ich nie gekommen? Der Offenheit dessen, was hierbei in zwei Tagen passieren kann, entspricht auch die Offenheit des verwendbaren Materials. Klassisches Zeichengerät neben farbiger Tusche, Collage, Scherenschnitt und und und. Simultanschachartige Zeichenduelle mit dem Dozenten gehören ebenso dazu wie der Rückzug in die experimentelle Kleingruppe. Gemeinsame künstlerische Arbeit kann einen aus der Bahn werfen, zumindest lenkt es ein wenig aus der eigenen Spur und bringt einen bestenfalls auf neue interessante Ideen. Mitzubringen sind: Alles, mit dem man gerne Striche zieht, Farben verteilt oder interessante Oberflächen herstellt. Offenheit und Experimentierfreude. Ausreichende Mengen Papier. Schere. Cutter. Kleber.

LINKS UND RECHTS

anspieltipp gegenden (BGB)

Samstag, Februar 2nd, 2019

Jörn Budesheim hat sich interpretatorisch sehr interessant an meine BGB-Gegenden herangetastet.

Hier ein LINK.

eine der schönsten Ausstellungen, bei denen ich mitmachen durfte!

Samstag, Februar 2nd, 2019

anspieltipp

Freitag, Februar 1st, 2019

Danke Veronika! Danke Jörn!

 

links zwei drei, nee, nur einer, jajaja neeneenee

aus meiner vergangenheit

Dienstag, Januar 29th, 2019

gestern abend wurde mir dieses Foto zugespielt. aus meiner vergangenheit. 1990 oder so. mit einer spezialkamera aufgenommen, so dass auch der heiligenschein deutlich zu erkennen ist. das gebäude, in dem das stattgefunden hat, steht auch schon lange nicht mehr. dort befindet sich jetzt ein discounter. und nebenan die aok. immer noch. foto: isabel weiler.

in eigener Sache

Montag, Januar 21st, 2019

Im Neunkircher KULT wird derzeit die Ausstellung

BRENNPUNKT KERAMIK

gezeigt. Gerade wurde sie verlängert bis zum 24. Februar.

Eine sehr sehenswerte Ausstellung. Und eine wunderbare Gelegenheit, sich nicht nur ein wenig im Objektzeichnen zu üben, sondern den Versuch zu wagen, sich eine Ausstellung zeichnerisch zu erobern. Zeichnen ist Sehen, Verstehen und verstärktes Wahrnehmen. Man macht das einfach viel zu selten: sich in eine Ausstellung setzen und die Dinge, die man dort sieht, zeichnerisch erfassen.

Am 9.2. ergibt sich die Gelegenheit, genau dies zu tun. Wir treffen uns um 13 Uhr und bleiben bis zum Schluss der Ausstellung um 17 Uhr. Anmeldung über die VHS Neunkirchen. Kostenpunkt etwa 15,- €.

Tel.:  06821-202-552

 

Abb.: Lisa Borscheid (allerdings kein Objekt aus der genannten Ausstellung)

FIGUR UND RAUM -MENSCHEN SKIZZIEREN

Donnerstag, Dezember 27th, 2018

Ein Kurs der VHS Neunkirchen. Anfänger können sich hier im figürlichen Zeichnen ausprobieren. Worauf kommt es bei den Proportionen an? Wie kann man auf einfache Art Menschen skizzieren? Wie bekommt man Figuren zum Stehen, Sitzen oder Gehen? Und wie verhält sich das sowieso mit dem Raum, in dem das alles stattfindet?

3 Termine, Samstag 5.1., 12.1. und 19.1.2019.  Jeweils 15 – 18 Uhr.

Wo? -> vhs im KULT, Kulturzentrum Neunkirchen, Marienstraße 2.

Zur sensationellen Kursgebühr von 29,- €. Anmeldung bei der vhs Neunkirchen, Tel.: 06821 – 202 552. Oder schriftlich unter www.vhs-nk.de

Eintrag Nr. 3599

Samstag, Dezember 22nd, 2018

Jetzt hab ich mir gestern was zu Weihnachten geschenkt: Bahnhofsbuchhandlung Neunkirchen: eine Ausgabe von „DU“ mit dem Schwerpunktthema Wolfgang Beltracchi. Da sind viele Bilder drin und ein paar Texte – und ich wollte mir mal ein profundes Bild zu diesem Phänomen machen. Ich hatte mir vor längerer Zeit ein paar Folgen auf 3SAT angesehen, wo er Prominente „in der Handschrift von“ (wie er das nennt) portraitiert hat. Daniel Kehlmann ist in dieser Sendung in meinem Ansehen einige Grade nach unten gerutscht. Nun hab ich „Die Vermessung der Welt“ nie gelesen, dafür aber „Ruhm“. Jedenfalls fand ich Daniel Kehlmann für meine Begriffe sehr unkundig in seinem Kunstverständnis und recht ausschnittkrabbelnd. „Aber wer Beltracchi aus der Nähe bei der Arbeit erlebt, mit all der Hingabe und der scharfen Aufmerkamkeit, all den Einfällen und der Liebe zu den kleinsten Details, gar nicht zu reden von seinem unglaublichen Können, der fragt sich irgendwann: Wenn dieser Mensch kein echter Künstler ist, wer bitte soll dann ein echter Künstler sein?“ So Kehlmann.

Bei einem Maler, der dann unfreiwillig als Fälscher aufgeflogen ist, ist natürlich die Frage, wer denn nun ein echter Künstler sei, wenn nicht dieser, dann doch ein wenig delikat, und ich denke: unfreiwillig zweideutig. Beltracchi ist ein falscher Künstler.

Denn zum Künstlersein gehört der Einsatz des Lebens. Der Mut zum Risiko und zum Scheitern. Der Mut, sich zu blamieren. Ausgelacht zu werden.

Zu all dem hat Beltracchi der Mut gefehlt.

Es wird in vielen dieser Texte in „DU“ von renommierten Schreibern von des Kaisers neuen Kleidern gesprochen, eine Herrschaftswissen-Kunst-Elite postuliert und und und.

Und man staunt.

Beltracchis Können wird gelobt. Und er wird auch selbst nicht müde, es immer wieder auch selbst zu loben. Er könne 400 künstlerische Handschriften aus mindestens fünf Jahrhunderten. „Sein“ Campendonk war besser als Campendonk selbst. Und hat den Preis für Campendonks auf neue Höhen getrieben. Und Eigenlob, so wusste schon das kleine Kläuschen von seiner Oma, soll ja bekanntlich olfaktorisch ins Gewicht fallen.

400 Handschriften! Wow: ein richtiges Zirkuspferd. Kann höher und öfter springen als alle anderen. Und wenn einer besonders schön springen kann, dann kann er es nochmal so gut nachmachen.

Dass hier nicht nur eine künstlerische Lebensleistung desavouiert wird (im Falle von Campendonk etwa), scheint niemand zu stören und niemand zu bemerken.

Was muss das aber andererseits für eine unglaubliche Verletzung sein, als Meisterfälscher bekannt und dafür gelobt zu werden und andererseits zu wissen und zu spüren, dass da nichts Eigenes ist, keine Persönlichkeit, keine Haltung, kaum etwas von wirklichem Interesse; und überhaupt: eine groteske Verwechslung von Handschrift und Haltung.

Die als eigene ausgegebenen Werke, die keine Malereien „in der Handschrift von“ sind, sind größenteils von einer unglaublichen Einfallslosigkeit und Banalität: eine gitarrespielende Frau und davor eine Engelsfigur, die in ihrer Maskenhaftigkeit ein wenig an Mephisto erinnert (und dazu für meinen Geschmack, der Abbildung im Heft zu schließen: schlecht gemalt) – solche Vorstellungen entwickelt man vielleicht in der Pubertät, wenn man zuviel Blaue Periode geguckt hat. Zwei drei wenige halbwegs interessante Einfälle gibt es zugegebenermaßen durchaus. Eine Zeichnung stürzender Engel etwa, die mich ganz entfernt an Johannes Grützke Zeichnungen erinnern, nur war dieser radikaler und härter. Beltracchi kann es sich nicht verkneifen, ein paar zu elegante rote Farbspritzer als Blutspritzer einzubauen. Ansonsten aber ein durchaus in seiner Hell-Dunkel-Wirkung und in seinem flotten Federstrich ansprechendes Blatt. Die Menschenmenge im Hintergrund des Ölbildes (Öl und Aquarell mit Blattgold, klar, Blattgold o edles Material der Malkunst, drunter geht bei Engelsgeflitschel nix) „Abstürzender Engel“ ist auch nicht uninteressant gemacht. Bei dieser Darstellung eines stürzenden Engels aber würde ich den Stürzenden Ikarus bevorzugen oder Francis Bacon. Mich erinnert dieser Beltracchi-Engel ein bisschen an fotorealistische Zeichnungen, die ich so Anfang 20 verbrochen habe. Nix, auf was man stolz sein müsste. Egal.

Beltracchi ist kein Mann, für den gelten könnte: ich male, also bin ich. Für ihn ist viel wichtiger, was er kann, also eher: Ich kann, also bin ich. Also eine Art Potenzmalerei. (Auffallend ist ja auch, dass in kaum einem seiner Statements so etwas wie Zweifel geäußert wird. Zitat: „Vorher male ich noch das große Rosa-Luxemburg-Bild fertig. Das Bild ist fantastisch, die Komposition ist absolut stimmig. …“). Darf er ruhig machen. Stört mich ja nicht. Es irritiert mich nur.

Aber was mich wirklich stört: Dass hier einer auf Kosten anderer lebt, die vor ihm gedacht und gearbeitet haben, die vor ihm ihr Leben auf`s Spiel und sich dem Risiko des Scheiterns ausgesetzt haben, anstatt sich selbst ein Leben zu erarbeiten. Nicht nur ein Kunstnachmacher und -fälscher. Auch ein Lebensnachmacher und -fälscher.

Thomas Glavinic schreibt in „Die Technik des Schriftstellers in 13 Thesen“:

7. Wenn du Deinen Roman verstehst, ist er vermutlich nicht gut.

8. Wenn du ein Klassiker werden willst, darfst du nicht schreiben wie ein Klassiker.

9. Du bist neu. Die Welt ist neu. Die Motive sind alt. Aus dir, der Gegenwart und den großen Motiven muss etwas entstehen, was es noch nie gegeben hat.

13. Schreibe nicht für dich oder deine Leser, sondern nur für den Roman selbst.

Nur wo lustige Kneipe draufsteht, ist auch lustige Kneipe drin. Das heißt im Falle Wolfgang Beltracchis: nur weil man den Gedanken der anderen nicht folgen kann, ist man selbst noch kein Freidenker.

Und wenn jetzt aus dem Straftatbestand der Urkundenfälschung und des Betrugs ein künstlerisches Werk „in den Handschriften von“ generiert wird, dann hat das eine gwisse Frechheit und Chuzpe. Und wenn das jemand Scheiße findet, dann ist der gleich ein neidvoller und/oder wahlweise moralinsaurer Apostel.

Klar, ist jemand anderer Meinung, ist er, wie die gesamte Lügenpresse, gleich ein moralisch verklemmter Neider und Kunstbestimmer. Lügenpresse sagt Beltracchi nicht. Bei ihm heisst das ermittlernahe Presse.

Wäre Beltracchi als Fälscher nicht aufgeflogen, fänden seine anderen Arbeiten keinerlei Beachtung. Sie heben sich aus der Masse der massenhaften Malereiproduktion unserer Zeit kaum heraus. Da hat zwar einer technisches Wissen, leider aber nichts zu sagen, 400 beherrschte Handschriften und keine einzige Sprache.

Gut jetzt.

 

und so lebten sie alle tage:

Freitag, November 30th, 2018

Weihnachts-Geschäft

Freitag, November 30th, 2018

Weihnachten ist das Fest des Geldes.

In diesem Zusammenhang gibt es jetzt auch für 15,- € plus Versand die CD  DER RADIOZEICHNER mit Besprechungen und Geräuschen zu 15 Beiträgen zu Zeichnungen: jeweils Text und geräuschvolle Interpretation. Texte und Geräusche zu RICHARD TUTTLE, MARJANE SATRAPI, ALTEMAR FRIEGAUER, OLAF METZEL, JÖRN BUDESHEIM, RIKUO UEDA, GÜNTER FÖRG, ROSEMARIE TROCKEL, HORST JANSSEN, JOSEPH BEUYS, GIORGIO MORANDI, ALFRED HRDLICKA, KRH SONDERBORG, VERONIKA OLMA und LISA BORSCHEID. 15,- € plus Versand bei Interesse bitte E.mail an klaus_harth@web.de

Danke! (eine Weihnachtskarte gibt`s dann als Gratisgeschenk (so wie das heute gerne heißt) dazu. LG!

 

 

 

letztens im radio

Mittwoch, November 28th, 2018

bei der heimfahrt letztens im swr: ein philosphisches abendgespräch, bei dem einer der teilnehmer nicht mehr ganz sicher war, ob er sich an ein baudrillard-zitat erinnere: in marathon kämpften 42.000 soldaten und einer machte sich auf den weg, um die nachricht vom ausgang der schlacht zu überbringen – heute starten bei einem normalen marathonlauf mehrere tausend teilnehmer und kein einziger habe eine botschaft.