selbst gezeichneter Ausstellungskatalog

Gestern auf den letzten Drücker noch in Köln gewesen in der Pierre Huyghe-Ausstellung im Museum Ludwig. Und es war interessant: Ich war schon seit langem in keiner Ausstellung mehr, wo ich in der ersten Viertelstunde erstmal überhaupt keinen Zugang gefunden habe, wo sich die Dinge nicht irgendwo geöffnet und einen Ansatz des begreifenden Betrachtens ermöglicht haben. Doch so allmählich, spätestens ab einem Werk, das sich um eine Kristallhöhle in Südamerika drehte, Crystal Cave, bzw. dann insbesondere dem Film A Journey That Wasn’t, erschließen sich Formen und Ansätze auch anderer Arbeiten. Ich habe bewusst versucht, auf das Lesen des Beiheftes in der Ausstellung zu verzichten und habe mir die Hintergründe erst zuhause angelesen, um herauszubekommen, was sich alleine formal erschließt. Bei Einigem bleibt man ohne erklärenden Text dann doch etwas ratlos zurück, andere Dinge entfalten ihren Charme durchaus von alleine, und bei anderem öffnet einem der Kontext die Augen. Und man kommt dadurch geistig in Bewegung und verlässt die Ausstellung anders, als man sie betreten hat. Auslöser für den Besuch war übrigens ein Fernsehbericht im WDR, wo insbesondere auch der Name Announcer gezeigt wurde: Jeder Besucher wird von einem Museumsangestellten nach seinem Namen gefragt, der daraufhin laut in den Ausstellungsraum gerufen wird. Eine einfache Geste, die aber sofort deine Wahrnehmung von dir in diesem Raum verändert. Und wenn man sich dann selbst wieder in den Ausstellungsräumen bewegt und immer wieder in unregelmäßigen Abständen die gerufenen Namen hört, wird auch daraus wieder eine interessante Musik.

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