Sabine Ostermann

Neunkirchen/Saar hat seit einiger Zeit neue Räume für die Städtische Galerie. Datt Janze nennt sich nun KULT, darüber kann man streiten, stört aber auch nur bedingt in seiner gewollt zeitgeistigen Originalität.

Dort werden seit Mai Arbeiten von Sabine Ostermann gezeigt. Wir haben in den frühen Neunzigern zusammen in Mainz studiert.

Sie zeigt Linolschnitt-Arbeiten, die in einigen Exponaten tatsächlich gedruckt und anschließend mit Ölfarbe überarbeitet wurden. Daneben aber auch Arbeiten, wo die geschnittenen Platten mit Alkydfarbe be- und überarbeitet wurden. Es entstehen so reliefartige Bilder einer großen farbigen und plastischen Intensität.

Das ist aber nicht alles.

Die Bilder sprühen vor bildnerischen Einfällen. Figuren, die bestimmte, scheinbar alltägliche Dinge tun, die aber wieder mit anderen Dingen kombiniert oder farblich auf eine bestimmte Art und Weise gefasst sind, die das Ganze auf eine weitere, bedeutungsvollere Ebene hebt.

Ich war heute zum zweitenmal in der Ausstellung und habe wieder neue Einzelheiten und Zusammenhänge entdeckt.

Und sie bedient auch das, was mir oft an malerischen Erzeugnissen fehlt: sie sind nicht nur malerisch lecker, sondern man merkt: da denkt auch jemand über die Welt und ihren Zustand nach und vermag das bildnerisch zu fassen.

Hin nach Neunkirchen! Die beste Ausstellung, die ich dort je gesehen habe. Und wahrscheinlich auch die sehenswerteste Ausstellung derzeit hier überhaupt in der Gegend.

Schön gefärbt, aber weit weg von jedweder Schönfärberei.

http://www.sabine-ostermann.de/

 

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