Kunst hassen

„Kunst hassen“, so heißt das kleine Bändchen von Nicole Zepter, von dem ich mir zwar ein wenig mehr versprochen hatte, dass aber trotzdem die ein oder andere Wahrheit gelassen ausspricht, die mir das Treiben meiner Kolleginnen und Kollegen teilweise ein wenig verleidet. So waren wir (L. und ich) denn am Sonntag nach dem Abbau der MY WIFE IS A LITTLE KRÄNK-Präsentation noch ein wenig Schuman-Preis gucken. Vorab: Mein Preisträger wäre Jeff Desom gewesen, von dem einige Filme zu sehen waren -> http://main.jeffdesom.com/ . Das ist eigenwillig, nicht alles auf gleichem Niveau, aber interessant und teilweise berührend. Er findet spannende eigene Bilder und macht auch aus Hitchcocks „Rear Window“ was Neues und Eigenes. Interessant und eigenständig fand ich auch die Malerei von Sebastian Böhm. -> http://www.sebastianboehm.eu/ Ein Maler, der sich bei der Arbeit nicht nur Gedanken um Malerei macht. Auch die aufgeklappten singenden Weihnachtskarten einer Judith Spang müssen mir natürlich gefallen. Glücklicherweise durfte ich es noch hören, irgendwann sind die Batterien alle und Stille wird den Raum fluten…Da muss Christoph Tewes schon ganz schön pusten als akustischer Part bei Sounds like Paint, um dagegen anzustinken. Ökonomie der Mittel war für mich immer ein Qualitätskriterium. Die Vergabe des Preises für die Arbeiten von Elodie Lanette (Elodie die Nette) fand ich nicht gerechtfertigt. Das ist eine Kunst, die sehr viel Platz lässt, um ziemlich viele Theorien drüberzuziehen, was ja Kunsthistorikern (und auch manchen Kritikerinnen) gut gefällt, weil sie dann etwas nachvollziehen und schön einordnen können. Ich fand das alles etwas blutarm; Wer da jetzt unter den Tüchern rumkrabbelt, ob das jetzt Männlein oder Weiblein, eins oder zwei sind, wann die gefüttert werden -> das wird mein Leben kaum verändern. Das tut nicht weh, das birgt keine bahnbrechende Erkenntnis. Das ist vielleicht formal konsequent und still, aber: so what?  Existenzielle Dimension: 0. Gehobenes Unterhaltungsdesign. Frau Dottoressa Sabine Graf hat die Preisträgerin von 2005 damals mit einer üblen Schimpftirade bedacht. Die Schlagzeile, für die sie zwar nicht verantwortlich zeichnet, die sie aber im Text nahegelegt hat, lautete: 10.000 Euro für’s Verkleiden. Ich fand Margit Schäfer damals aber berührender als die jetzige Preisträgerin, weil es da durchaus auch um existentielle Fragestellungen ging. Das nur mal so kurz am Rande. So als weitere kleine Hassübung.

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