21.2.21

8Uhr33 bis 8uhr50

stell dir vor: alle häuser sehen ursprünglich gleich aus. Jahre vergehen. Familien wachsen. Ziegen sterben. Die nachkommen der ersten bewohner haben mehr geld als die, die die häuser damals gebaut haben. Konjunktur und wirtschaftswunder und marshall-plan und wunder von bern. Und der darauffolgenden generation geht es noch besser. Auch werden die menschen jetzt größer als früher: mehr platz muss her. Es wird an und umgebaut und platz geschaffen. Und wenn man jetzt durch die siedlung geht, ist es merkwürdig: man sieht den häusern an, was in den köpfen den menschen drin ist. Schörkel und schnörkellosigkeiten. Ideen und keine ideen. Obstbäume und keine obstbäume. Wiesen, wo früher gärten waren. Wilde private kinderspielplätze. Betonierte einfahrten. Autos, größer als die garagen. Und überall sieht man noch – mehr oder minder deutlich – das ursprüngliche kern-haus: es ist aber meist nur noch der nukleus, an dem die aktuelle wohnwelt klebt. Paläste an hütten. Krebsgeschwüre als wohnzimmer. individualität als falsch verstandene, nach außen dröhnende merz-bauten. Die architekten hatten urlaub, die baumärkte offen. Alles platzt aus allen nähten und man fragt sich, wo früher die grundstücke platz hatten. Der mond (halb-, voll-, neu- und platz-) ist von all dem immer gleich weit entfernt: genau 1 minute.

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