Archive for Dezember, 2016

für alle noch etwas zum mitnehmen in das sogenannte neue jahr:

Samstag, Dezember 31st, 2016

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clemens meyer

Samstag, Dezember 31st, 2016

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2016

Donnerstag, Dezember 29th, 2016

soso ihr Menschlein da draußen im Walde, oder wo es Euch sonst so gefällt, 2016 war ein ausgesprochen interessantes jahr: ** geprägt von beruflichen Umstellungen, daraus resultierenden geldnöthen, getoppt durch flotte steuernachzahlungen. und was man daraus so alles macht: nämlich erstens: unnötige Versicherungen und Abos kündigen, dinge, die man seit jahren bereits vor sich hergeschoben hat. versuchen, mit möglichst wenig Geld auszukommen.

desweiteren: Skrupel verlieren. dinge anleiern, die ebenso seit jahren vor sich hinbrodeln, wo man aber immer denkt: naja, das wird ja sowieso nix, einfach los damit und weg und fort.

desweiteren: drei wettbewerbe beschickt, bei keinem genommen, geschweige denn in der nähe eines geldsegens, ABER: bei der Abholung eines Werkes im Saale der abgelehnten Bilder (mal ganz zu schweigen von den zur Ausstellung ausgewählten Arbeiten) sofort das eigene Bild wie mit fremden Augen wahrgenommen mit dem Gefühl: das ist wirklich das beste Bild hier. (Dann erst gemerkt, das es das eigene ist. Interessante Erfahrung!)

desweiteren: dinge aus dem hut zaubern, die wider erwarten sogar besser funktionieren, als man sich hätte vorstellen können.

alles in allem, eins: es macht mir fast gar nichts mehr aus, auch zum zweitenmal hintereinander nicht der landeskunstausstellung für wert befunden worden zu sein (nur ein ganz ganz kleiner klitzekleiner stich gestern, das war’s aber bisher). das heißt: dies halte ich für eine meiner größten leistungen in diesem jahr:

ich bin auf dem richtigen weg, mich von dieser anerkennungsdingkacke frei zu machen, frei zu machen von einer Definition von außen, frei zu machen von allemallem kunstscheiß –

alles in allem, zwei: die schönsten glücksmomente: trotz aller enge, die tessin-reise als geschenk antreten zu können. unser schönster aufenthalt dort bisher. die einladung, eine komposition für hors du cadre als graphische notation zu erarbeiten und deren berührende uraufführung in der schinkelkirche in bischmisheim. der auftritt mit stephan in kaiserslautern. der dada-abend im kuba. albert herbig und seine idee, die schönen bösen bilder im sali e tabacchi zu zeigen. und anschließend mir eine einzelausstellung dort auszurichten. und die pinguine, die einen gerichtszeichner gebraucht haben. und alle alle alle, ganz herzlich und nochmals ausdrücklich erwähnt, die mich in diesem jahr bei meiner aktion „i like finanzamt“ unterstützt haben!

alles in allem, drei: die dinge sortieren sich um. langsam.

ach, und noch ein glück: langsam und stetig an meiner serie der schriftstellerportraits weitergearbeitet. dröpje für dröpje.

kritik

Donnerstag, Dezember 29th, 2016

Uwe Loebens „FRESSEN“ im Saarländischen Künstlerhaus.

Uwe Loebens ist einer der wenigen saarländischen Künstler, die sich was trauen. Im Vergleich stimmt das sogar. Allerdings sieht Uwe Loebens schlecht. In der Tat. Das heißt: Wenn er einem auf der Straße begegnet, dann macht er meist ein ausgesprochen verdrießliches Gesicht, um das mal potitiv auszudrücken. Er zieht eine Fresse, so könnte man das etwas weniger freundlich ausdrücken. Viele fürchten ihn wegen dieser Äußerlichkeiten und ob seiner Kommentare zu Ausstellungen von Kolleginnen und Kollegen. Und der Titel FRESSEN bezieht sich nicht auf die Tätigkeit der Nahrungsaufnahme. Das schlechte Sehen führt dann, ebenso wie FRESSEN als Nahrungsaufnahme zu den Kernproblemen dieser Ausstellung. Hier hat jemand ein festgefügtes Bild von der Welt (kein nettes und freundliches, was ja auch im Anbetracht der Welt durchaus nachvollziehbar ist), das er vor uns ausbreitet: Sehet her wie schlecht doch alles ist! Alles Arschlöcher und FRESSEN! Und DU auch! Nur ist dieses Weltbild bei Uwe Loebens seit vielen Jahren unverändert dasselbe. Und dabei völlig ungetrübt von durch Beobachtung der Wirklichkeit abgeleiteter Erkenntnisse. Das erinnert einerseits ein bisschen an Stammtisch. Und andererseits gehe ich aus der Ausstellung und bin nachher so klug als wie zuvor. Hier kotzt einer sein Weltbild raus. Immer wieder und immer wieder. Vomitismus. Und: Kennst du ein Bild, kennst Du alle. Wenig interessante Erfindungen, viel fast einfallslos zu nennende Wiederholungen. Klar: Es ist ja auch immer dieselbe Kotze einer einmal vor Jahren gefressenen Weltverachtung. Wenn ich aber jemandem beim Kotzen zugucke und immer nur dieselben Brocken kommen, dann ist das tatsächlich nur mäßig beglückend. Man will dann schon jemand wirklich leiden sehen. Und auch das passiert hier in keinstem Fall. Das wär wenigstens was: wirkliches Rausgekotze! Extase! Wut! Das Rausgewürge kommt dann doch alles in allem ästhetisch ein wenig zu geleckt. Gedankliche Bewegung? Fehlanzeige (wer denkt schon beim Kotzen?). Wirklicher Hass und wirkliche Wut? Fehlanzeige. Dafür ist die Haltung des Anklagenden, der sowieso schon vorher weiß, wie die Welt funktioniert, allzu wohlfeil. Dann vielleicht doch nur Illustrationen einer unverbrüchlichen Weltsicht? Uwe leidet an uns, das wird klar, aber was jetzt?

Ich muss an die Bemerkung von Horst Janssen denken, der Goyas „Desastres de la Guerra“ heraushebt, weil sie, wenn ich das halbwegs recht verstanden habe, eben nicht plakative Antikriegspropaganda sind, sondern von der Beobachtung leben, vom Gesehenen, das mit  zeichnerischen Mitteln dargestellt und verarbeitet werden muss. Ein eher absichtsloses Tun, das die Schrecken tatsächlich zeigt und keine absichtsvolle Zurschaustellung.

FRESSEN begegnen einem tatsächlich jeden Tag eine Menge auf der Gasse. Aber allein schon der Titel der Ausstellung zeigt die Überheblichkeit des festgefügten Feind- und Weltbildes.

Blatt 22 fand ich übrigens interessant. Hier passiert formal etwas mit dem Gesicht, das den Blick ein wenig festhakt und bannt.

Uwe Loebens traut sich was. Indeed. Aber vielleicht will er dann doch, alles in allem, zuviel Kunst machen. Und er denkt zu wenig.

Und er guckt nicht hin. Er will nicht die Welt verstehen, sondern sie uns erklären.

 

aus gegebenem Anlass:

Samstag, Dezember 24th, 2016

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rohes Fett!

Abfall-Produkt der SOLA-Zeichnungen

Samstag, Dezember 24th, 2016

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zu SOLA

Freitag, Dezember 23rd, 2016

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aus unserer diesjährigen Weihnachtskarten-Edition

Freitag, Dezember 23rd, 2016

weihnachtskarte-2016 weihnachtskarte-2016

roll over a postcard by Lisa Borscheid

zu SOLA: überquellendes Herz und vergeudete Salbe

Mittwoch, Dezember 21st, 2016

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Luft Luft

Mittwoch, Dezember 21st, 2016

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eins meiner Lieblingsdetails aus der Wandzeichnung zur DADA-Soirée am 10.12.16

sto lavorando

Mittwoch, Dezember 21st, 2016

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Gestern und vorgestern insgesamt 40 Zeichnungen rausgehauen als Material für SOLA. Was das ist? You will see. Demnächst in diesem Theater. Erst aber mal noch nicht, erst einmal muss gezeichnet und geprobt werden. Heute morgen dann Druckerei und danach Probentag. Morgen dann Druckerei bis etwas länger und dann Probentag. Und heute abend noch scannen von ein paar Zeichnungen. Damit es nicht so langweilig wird.

aus dem Kringelmuseum

Sonntag, Dezember 18th, 2016

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2 versuche

Sonntag, Dezember 18th, 2016

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jahresrückblick 2

Sonntag, Dezember 18th, 2016

Was ich auch in diesem Jahr nachgeholt und tatsächlich noch nie in meinem Leben gemacht habe: Springen vom 3-Meter-Brett. Und das im Freibad meines Heimatortes, wo ich vor vielen Jahren auch Schwimmen gelernt habe. Zwei abendliche und zwei samstagliche Schwimmrunden im Freibad meiner Kindheit waren mein Sommer.

jahresrückblick – 1

Samstag, Dezember 17th, 2016

Das mit Abstand unmotivierteste und uninspirierteste Buch, das mir (in diesem Jahr auch eine Neuerung: ich bin nämlich seit diesem Jahr zum erstenmal in meinem Leben mangels ökonomischer Mittel zum Bibliotheksleser geworden) in diesem Jahr in die Hände gefallen ist: Unruhezone von Jonathan Franzen. Die einzig interessante Passage darin ist die, wo er sich über die Cartoons von Charles M. Schulz auslässt. Das ist wirklich interessant und teilweise erhellend. Der Rest ist Schweigen. Da stelle ich mir einen sehr amerikanischen Durchschnittsmenschen vor, der eine sehr amerikanische Durchschnittsjugend verlebt hat und ziemliche Durchschnittsdinge getan hat. Vielleicht fängt man manchmal auch einfach mit dem falschen Buch an.

titel-bild-kritik

Samstag, Dezember 17th, 2016

Heute morgen auf der ersten Seite der Saarbrücker Zeitung das Foto eines niederländischen sogenannten Supermodels, das am Strand Müll aufsammelt und obdessen gelobt wird. Dieses Foto zu betrachten ist recht lohnenswert, denn es zeigt den Lug- und Trughudeleicharakter der abgebildeten Wirklichkeit. Das Model lächelt uns an, hat eine kleine Papiertüte mit etwas farbigem Abfall darin. Das ganze wirkt so niedlich, dass man sich kaum vorstellen kann, das man mit so einer Tüte mehr als fünf gedankenlos hingeworfene Banananschalen aufsammeln kann. Außerdem wäre das Papier auch ratzfatz durchgeweicht (man bedenke: Strand). Zweitens: Das Model lächelt den Betrachter an und hat die rechte Hand am Boden, als wäre da was zum Aufsammeln: isabernicht! Da ist nix! Guck hin!! Absolut niente!!! Da ist nur eine Hand am Boden. Und die greift noch nicht mal nach irgendwas. Hängt da nur so rum. Drittens: Der ganze Strand ist komplett abfallfrei. Entweder hat die Gute schon mehrere Stunden fleißg gearbeitet (siehe aber auch: kleine Papiertüte) oder das ist jetzt wirklich eine Stelle, wo man fix fertig ist. Viertes: In diesen Schuhen und in diesem Kostümchen würde ich noch nicht mal bei schönem Wetter am Strand spazieren. Fünftens: Verarschen können wir uns selbst.

Wie hat mal ein höherer technischer Abteilungsleiter der Mainzer Allgemeinen Zeitung (für die ich mal knapp über ein Jahr als Reprofotograf gearbeitet habe) zu mir gesagt: Bei größeren und guten Zeitungen gibt es so etwas wie Bildredakteure.

Muss ja nicht jeder haben, aber ein wenig gedankenvoll bei der Arbeit sein und nicht auf der ersten Seite Müll-Fotos verkaufen, das wäre schon auch mal was. Lustig war`s auf jedenfall anzuschauen. So engagiert sich ein bekanntes niederländisches Model für den Umweltschutz.

Und jetzt Computer ausgeschaltet, in den SUV gesprungen und in den Bio-Markt zum Einkaufen! Schließlich ist Samstag.

kritik

Donnerstag, Dezember 15th, 2016

Andrea Neumann in Neunkirchen. Was hab ich mich so schwer getan mit dieser Präsentation. Zwiegespalten. Einerseits geht man da durch und denkt: was für eine geile Malerei, Auflösung der Formen und und und. Und andererseits bleibt es schal und macht mich fast wütend: um was geht es hier eigentlich? Du gehst durch und nichts bleibt haften. Ich für meinen Teil werde sogar fast wütend, weil die Bilder dich anlügen, sie tun so, als ginge es um etwas, aber es geht eigentlich um nichts, außer um malerische Effekte. Cathrin Elß-Seringhaus von der Saarbrücker Zeitung lobhudelt bis zum Umfallen. Sie mag das: Projektionsflächen für den Betrachter, die Dich optisch umschmeicheln und somit nicht den Hauch eines Gedankens fordern oder sogar dich als Betrachter fordern. (Vielleicht ist das auch falsch beobachtet: Vielleicht sucht sie ja auch Bilder, die es ermöglichen, sich weiter an den eigenen,sowieso bereits vorhandenen Gedanken und Beobachtungen aufzugeilen, sich bestätigt zu fühlen, anstatt vielleicht auch mal ein wenig aus dem Gleichgewicht gebracht zu werden…) Vielleicht ist das der ideale Ausdruck unserer Zeit? Ich bekenne mich zu gar nichts, alles ist mir Mittel zum eigenen Spiel, aber eigentlich nehme ich die Dinge nicht ernst. Musik als Klang-Design. Kunst als Kunstdesign. Dabei funktioniert es sogar teilweise, wenn man sich ein beliebiges Bild herauspickt und sich den Rest der Ausstellung wegdenkt. Ein einzelnes Bild, sich vorgestellt in einem Museumskonzext mit anderen Werken anderer Menschen: da kann ich mir sogar denken, dass dann das einzelne Bild funktioniert. Aber wenn sie alle zusammen hängen, dann nehmen sie sich gegenseitig was, sie eliminieren sich, die Masche wird deutlich und alles ist an der selben Nadel gestrickt. Kein Wagnis, keine existientielle Wucht, kein Mut zum Bruch: alles ordentlich gemalt und ohne Risiko. Meine Begleiterin hat es schön auf den Punkt gebracht, wo ich wochenlang mit Worten und Sinnsuche hadere: „Eine tolle Malerin, aber sie traut sich nix. Soviel vergeudetes Talent.“

So ein bisschen die Xavier Naidoo der saarländischen Malerei.

(Und dann hat man hier so Leute wie Kurt Emser zum Beispiel, die malen, weil es ihnen um etwas geht, und die bei allen Ausstellungshäusern gnadenlos abblitzen.)

Lang lebe die Kreativwirtschaft!

eben in der Leibibliotheke

Donnerstag, Dezember 15th, 2016

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(mir war eigentlich überhaupt nicht klar, welches hoffnungslose Gedicht ich durch meine Buchauswahl auf dem Ausleihzettel provoziere)

dave eggers nach: „die väter, wo sind sie?“

Dienstag, Dezember 13th, 2016

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DADA Soirée im KUBA am 10.12.16

Montag, Dezember 12th, 2016

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Das Bühnenbild. Einmarsch der Protagonisten. Veränderung des Bühnenbilds vor lebendem Publikum kurz vor Beginn.

Katharina Bihler. Nikola Dimitrov. Jörg W. Gronius. Klaus Harth. Petra Jung. Wolfgang Korb. Armin Schmitt. Et voilà: eine neue Ebène! Unglaubliche Publikumsmassen, Begeisterung aller Orten und Menschen, die nie wieder nachhause wollten. Wie konnte das passieren? In nur vier Proben? Lag es am Frack? An der Musik? Am T-Shirt von Jörg W. Gronius? An Armins Klage oder Katharinas rotem Schlankarm? An Petras Gemurmel?

Wer dabei war, wird es nie vergessen. Wer nicht dabei war hat natürlich mal wieder keine Ahnung davon, was er verpasst hat, und warum sich die Welt plötzlich ganz anders dreht als noch am Samstagnachmittag.

Es war mir eine große Freude, dass ich ein paar Striche an die Wand malen und ab und an in die Leihtrompete pusten durfte! Danke und mehr davon!